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In Zeiten von Corona

Bild: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Die rasante Ausbreitung des Coronavirus ist die wohl größte Herausforderung seit sieben Jahrzehnten. Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 wurde erstmals im Dezember 2019 in China festgestellt und hat sich seitdem weltweit verbreitet. Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Coronavirus von Fledermäusen stammt. Die Ansteckungen in Deutschland begannen Ende Februar, ausgerechnet in der Zeit des Karnevals. Diese Seite informiert über die Entwicklung der Infizierungen und deren Folgen.

Die Anzahl der nachgewiesenen Infizierten  überschritt am 1. März (Tag 1) in Deutschland  erstmals die Marke Einhundert.
1.000 wurden am 8. März (Tag 8) überschritten,
10.000  am 17. März (Tag 17),
50.000 am 27. März,
100.000 am 5. April (Tag 36),
150.000 am 22. April (Tag 53) und
180.000 am 24. Mai (Tag 85)!

Durch die Aktualisierungen auf dieser Internetseite können Entwicklung und Veränderungen in der Pandemie-Lage erkannt werden.
Die Ursache der Pandemie ist ein Conoravirus (CoV), von dem sieben Arten bekannt sind. Vor knapp 20 Jahren löste es ein „Schweres aktutes respiratorisches Sydrom“ („Sars“) aus. Das neue Virus ist dem recht ähnlich. Darum heißt es „Sars-CoV-2“. Die Erkrankung heißt offiziell „Covid-19“, wobei die Abkürzung für „Conoravirus disease 2019“ steht.

Die Daten der Erkrankungen werden regelmäßig (aufgrund des hohen Bearbeitungsaufwands ab Ende Mai wöchentlich bzw. bei größeren Veränderungen) aktualisiert bzw. ergänzt. 
Über die örtlichen Daten der Gemeinden informiert aktuell der Landkreis Aurich (Link siehe unten).

Die Daten (Quelle: Johns-Hopkins-Universität) sind in zwei Grafiken (siehe unten)  in einem logarithmischen Maßstab aufgetragen. Diese Art Auftragung ist eine Besonderheit.  Sie hat den Vorteil, dass ein exponentieller Anstieg linear dargestellt wird und Trend-Abweichungen leichter erkennbar werden.

In der oberen Grafik (rote Punkte) wird die aktuelle Situation (ab 1. März) beschrieben. Seit dem 21.3. schwächt sich der Trend der ersten 20 Tage (Trend 1 – grüne Linie – Verdoppelung alle 2,4 Tage) ab. Der flacher verlaufende Trend (Trend 2 – blaue Linie – Verdoppelung alle 5 Tage) beschreibt den Anstieg vom 21. bis 28.3.. Ab dem 29. März verlangsamt sich der Anstieg erneut. Diesen flacheren Anstieg beschreibt die Trendlinie 3 (hellbraun – Verdoppelung alle 9 Tage). Ab dem 6.4. beschreibt die Trendlinie 4 (gelb – Verdoppelung alle 18 Tage) den Anstieg.  Ab dem 12.4. verlangsamt sich der Trend mit einer Verdoppelung alle 33 Tage (Trendlinie 5). Ab dem 21.4. beschreibt die Trendlinie 6 (orange – Verdoppelung alle 60 Tage) den Anstieg. Ab dem 2.5. kann durch die Trendlinie 7 (dunkelblau – Verdoppelung alle 120 Tage) der Anstieg beschrieben werden.
Solange die Zunahme durch eine Trendlinie beschrieben werden kann, ist der Anstieg exponentiell.

Die untere Grafik stellt einen Ausschnitt für die Entwicklung der Infektionszahlen über 50.000 dar. Hier sind alle Zahlenwerte eingetragen.  Nach dem Verlauf des Trends 1 (Verdoppelung alle 2,4 Tage)wären 200.000 Infizierte am 28.3. erreicht worden. Würde sich der gegenwärtige Trend 7 (Verdoppelung alle 120 Tage) fortsetzen, könnten 200.000 am 4.6. erreicht werden. Dies wäre immerhin eine  Verzögerung von 68 Tagen. Wie erkennbar ist, bleiben die letzten Tage ab dem 15.5. unter der zuletzt eingetragen Trendlinie (Trend 7 ab 2.5.). Die Neuinfizierungen streben anscheinend einem flacheren Verlauf mit zunehmend längerer Verdoppelungszeit entgegen.

Die in Deutschland getroffenen Maßnahmen zeigen ihre Wirkung. Die erste Welle der Corona-Pandemie wurde erfolgreich gebrochen. Das ist vor allem auch der Disziplin der Bürgerinnen und Bürger zu verdanken.
Und unseren Wissenschaftlern, wie z.B. Prof. Christian Drosten, Leiter der Virologie an der Berliner Charité, mit deren Hilfe wir in Deutschland bereits Mitte Februar in der Lage waren, routinemäßig auf Sars-CoV-2 zu testen!

Nach 10 Tagen (9.-18.5.) unter 1000 Neuinfizierungen war allerdings am 19.5. wieder ein Anstieg der Meldungen über 1000 zu verzeichnen! Einen Großteil zu diesen Neuinfizierungen hat die Fleischindustrie beigetragen.

Beispiele von Infizierungen Mitte Mai zeigen, dass Corona noch nicht vorbei ist:
Eine große Zahl neuer Coronafälle wurde aus Esens im Umfeld einer Familie und deren Kontakte gemeldet. Ein Mehrfaches dieser Zahl befindet sich dort in Quarantäne.
Bei der Eröffnung der Alten Scheune in Jheringsfehn mit gut 40 Gästen haben sich am 15.5. sieben Personen infiziert (Meldungen der OZ vom 23.5.2020). Inzwischen hat sich die Zahl der Infizierten deutlich erhöht.

Die Entwicklung der Erkrankten-Zahlen (Infizierte abzüglich Genesene abzüglich Verstorbene) können Sie über diesen Link aufrufen. Am 12. April überwiegt erstmals die Zahl der Genesenen und am 6. April sank erstmals die Zahl der durch Tests festgestellten Erkrankungen. Die Zahl der Infizierten erreicht ein solch niedriges Niveau, dass Lockerungen möglich sind.

Gern wird die Reproduktionsrate als Kennzeichen des Infizierungsgeschehens verwendet.
Hier wird eine Kennzahl aus dem Quotienten aus der Zunahme der Infizierungen der letzten 4 Tage und des Zeitraum von 4 Tagen davor gebildet. Von diesen Werten wird ein 8-tägiges gleitendes Mittel berechnet. Die Werte beziehen sich auf die Mitte des Berechnungszeitraumes (7 Tage vor der Aktualisierung).
Am 16. und 17.5. überschritt die Kennzahl erstmals wieder seit dem 31.3. den Rechenwert 1,0.
D.h. ein Erkrankter gab die Infizierung an mehr als eine Person weiter.
Ein erneuter Anstieg der Kennzahl sollte vermieden werden.

Die weitere Entwicklung muss sorgfältig beobachtet werden, insbesondere auch aufgrund von Lockerungen.
Seit dem 9.5. liegen die täglichen Meldungen neuer Infektionen unter 1000 – mit einer Ausnahme am 19.5..
Aber es kommen sehr viele hinzu, die es nicht merken, dass sie den Virus in sich tragen und weitergeben (80%?). Neue Regelungen müssen daher sehr sorgfältig abgewogen werden. Wieder zunehmende Sozialkontakte dürfen den hoch ansteckenden Virus nicht erneut verstärkt verbreiten.

 

Prof. Hendrik Streek hat in der Lanz-Sendung am 9.4.20 über ein Ergebnis aus der COVID-19-Studie im Kreis Heinsberg berichtet. Demnach schätzt er die Mortalitätsrate relativ gering bei 0,37%  ein. Damit würde die  Zahl der tatsächlich Infizierten um ein Vielfaches höher  liegen (0,37% bedeuten: Infizierte = Verstorbene * 270) als die getesteten Zahlen.
Um dieses zu überprüfen, sollten mit höherer Dichte und flächenhaft Tests durchgeführt werden.
(Im Landkreis Aurich und in Emden wurden 1000 Beschäftigte im medizinischen Bereich getestet. Dabei wurden am 8.5.20 drei Infizierte festgestellt, von denen zwei keine Symptome hatten!)

Durch die Folgewirkung des Virus sind bisher etwa 8.500 Erkrankte verstorben (Stand 29.5.).
Mit Annahme der o.a. Mortalitätsrate wird die Gesamtzahl der Infizierten von zwei Millionen in Deutschland überschritten (siehe obere Grafik). Die Entwicklung der aus der Mortalitätsrate hochgerechten Infizierungen ist in der Grafik ergänzt (schwarze Punkte).  Diese sind auf den Zeitpunkt 14 Tage vor Feststellung der Todesfälle bezogen.

Die täglichen Covid19-bedingten Sterbefälle sind als gleitendes Mittel der letzten 7  Tage aufgetragen.
Die Sterbefälle erhöhen die durchschnittliche tägliche Sterberate (bis zu 10 %). Die Zahl der täglichen Sterbefälle erreicht im Mai ein vergleichsweise niedriges Niveau.

Dass Sars-CoV-2 hoch ansteckend ist, zeigt ein Bericht aus Spiegel Nr. 16:
In Mount Vernon, südlich von Seattle, traf sich ein Chor am 10. März am Eingang seiner Kirche. Sie desinfizierten ihre Hände und hielten Abstand voneinander. Nach Kenntnis der Behörden war Sars-CoV-2 noch nicht in der Region angekommen. Alle Chormitglieder hielten sich für gesund. Zweieinhalb Stunden lang probten die Sänger. Fast drei Wochen später wurden 45 Chormitglieder positiv getestet. Mindestens drei von Ihnen kamen mit Covid-19  ins Krankenhaus. Zwei von Ihnen sind inzwischen verstorben.

 

Entwicklung der Anzahl der Infizierten 1. März – 6. Juni 2020 – Ordinate logarithmisch

 

Anzahl der Infizierten 31. März – 3. Juni 2020 – Ordinate gr. 50 Tsd. logarithmisch

 

Neuinfizierungen

Die folgende Grafik beschreibt den Verlauf der täglichen Neuinfizierungen aufgrund von Tests. Die extreme Zunahme an Infizierungen beginnt am 12.3.20. Das 7-tägige gleitende Mittel glättet die meldebedingten Schwankungen.  Die Kurvenverläufe beziehen sich jeweils auf die Mitte des berechneten Zeitraums.

Verlauf der täglichen Neuinfizierungen (7-tägiges gleitendes Mittel)

Die Ansteckungsrate muss niedrig gehalten werden!
Dieses können wir nur erreichen, wenn wir Abstandsregeln einhalten und den persönlichen Schutz gewährleisten. Wichtig ist dabei auch gutes Entlüften, um die Ansteckungsgefahr durch Aerosole zu verringern,
und Ansammlungen zu vermeiden.

Solange es keinen Impfstoff gibt, können dauerhafte Folgeerkrankungen aufgrund Covid-19 und die Sterberaten erneut zunehmen bis zur Überlastung unseres Gesundheitssystems. Selbst  Menschen ohne Vorerkrankung können schwere Verläufe erleiden oder gar sterben. Als Systemerkrankung vermag Covid-19 eine geradezu unheimliche Zerstörungskraft zu entfalten.
Coronaopfer haben im Schnitt 11 Jahre (Frauen) bis 13 Jahre (Männer) Lebenszeit verloren (britische Untersuchungen; Der Spiegel Nr. 20, „Sturm im Körper“).

Im Einzelfällen wird der Unsinn verbreitet, dass keine höhere Sterberate zu verzeichnen sei. In Italien wurde die Sterblichkeit um knapp 50% erhöht, fast 40% in Frankreich und 250% in New York (Stern Nr. 23). Hier können Sie per Download eine Grafik zur Erhöhung der Sterberate in Deutschland bedingt durch Covid-19 (7-tägiges gleitendes Mittel) im Vergleich zum Durchschnitt von 2.600 Toten abrufen.

In dieser Grafik werden die gesamten Sterbefälle verschiedener Länder bis zum 28.5. im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung verglichen. Hiernach sind die Sterbefälle in Frankreich und Belgien besonders hoch 

Mit unwahren Behauptungen stellen vermeintliche Experten die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Frage. Z.B. wird Corona mit Grippeviren gleichgesetzt, obwohl inzwischen bekannt ist, dass mehrere Organe befallen werden können. Die Pandemiegefahr wird bewusst negiert. Es wird bewusst aufgefordert, nicht zu testen. Derartige Äußerungen und Verhaltensweisen sind gefährlich. Sie können eine verstärkte Verbreitung von Covid19 zur Folge haben.  Die Süddeutsche Zeitung entlarvt hier die gröbsten Lügen und Missverständnisse.

Herzlichen Dank an alle Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Beschäftigte in den Supermärkten und Erzieherinnen und Erzieher in der Notbetreuung, Polizistinnen und Polizisten und viele andere, die gerade alles am Laufen halten!

 

Hier kommen Sie zu den Mitteilungen für die Samtgemeinde Hage.

Hier kommen Sie zu Mitteilungen des Landkreises Aurich.  Auf diesen Internetseiten werden alle aktuellen Informationen rund um das Thema Corona gebündelt. Aktuelle Presseberichte werden hier ebenso veröffentlicht wie Hygienehinweise oder grundsätzliche Infos.
Am 8.5. wird bekanntgegeben, dass 3 Infizierte bei einer Corona-Reihenuntersuchung von 1000 Personen entdeckt wurden. 

Hier kommen Sie zu Informationen der SPD-Bundestagsfraktion.

 

Wie geht´s  jetzt weiter?
Wissenschaftler haben mehrere Szenarien entworfen (Der Spiegel Nr. 14).

Unternimmt der Staat nur wenig, wären bald 70% der Bevölkerung infiziert, die Todeszahlen überstiegen die Millionengrenze („Worst Case“)!

Ein optimistisches Szenario verfolgt ein strenges Vorgehen, das 2 Monate durchgehalten werden müsste. In Deutschland könnten sich nach diesem optimistischen Szenario eine Millionen Menschen infizieren. Da in diesem Fall nur ein geringer Teil der Bevölkerung immunisiert wäre, müssen wir weiterhin sehr wachsam bleiben.
Das Testen müsste dabei wesentlich gesteigert werden. Der persönliche Schutz vor steigender Ansteckung muss gewährleistet werden. Nur unter diesen Bedingungen können die strengen Regeln gelockert werden.  Außerdem muss bedacht werden, dass die Krankheit irgendwo wieder ausbrechen und sich ausbreiten kann, solange es keinen Impfstoff gibt. Wir müssen lernen, mit der Gefahr umzugehen.

Hier kommen Sie zum Stufenplan des Landes Niedersachsen ab  6.5.20 (Stand 4.5.)  „Neuer Alltag mit dem Coronavirus“

 

„… Der Virus kam in eine Welt, in der ein großes Unbehagen über den Lauf der Dinge längst zu Hause war.
Es wäre gut, … dass sich wirklich neue Perspektiven eröffnen. Die Chance auf eine andere Zukunft. …“ (Der Spiegel, Nr. 12 Titelgeschichte „Warum die Coronakrise unsere Welt langfristig besser machen kann.“)

 

Bild Peter Blank